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Artikel Tagged ‘Urteil’

Gebäudeversicherung: Gebäude gilt bei vorhandenem Hausstand als genutzt

14. März 2012 Keine Kommentare
Wasser by wikimedia Alex Anlicker Gebäudeversicherung: Gebäude gilt bei vorhandenem Hausstand als genutzt

cc by wikimedia/ Alex Anlicker

Generell gilt, dass Hauseigentümer von einem ungenutzten Gebäude alle Wasserleitungen entleeren und absperren müssen, damit es in der kalten Jahreszeit nicht zu Leitungswasserschäden kommt. Kommt man dem nicht nach, kann die Gebäudeversicherung bei einem Schaden ihre Leistungen entsprechend kürzen. Das Oberlandesgericht Schleswig musste sich mit einem Fall befassen, der entschied, wann ein Gebäude als ungenutzt angesehen werden kann.

In dem konkreten Fall war eine ältere Dame in ein Seniorenheim gezogen, hatte jedoch noch fast ihren kompletten Hausstand (rund 90 Prozent) im Haus gelassen. Alle drei Tage kam im Winter jemand vorbei und kontrollierte, ob alle Räume auch ausreichend beheizt waren. Trotzdem kam es an einer unbemerkten Stelle zu einem Leitungswasserschaden. Die Gebäudeversicherung wollte die Leistungen kürzen und argumentierte, dass das Gebäude ungenutzt sei und man daher die Wasserrohre hätte entleeren müssen.

Dies ließen die Richter am Ende jedoch nicht gelten. Ein Gebäude sei sehr wohl genutzt, wenn sich noch fast die vollständigen persönlichen Dinge des Eigentümers im Haus befänden. Da jemand regelmäßig vorbei kam um die Heizung zu kontrollieren, könne man hier auch nicht einmal annähernd von grober Fahrlässigkeit sprechen. Die Gebäudeversicherung musste demnach für den kompletten Schaden aufkommen.

Wohngebäudeversicherung: Sturmschäden an Grundstücksmauer nicht pauschal abgedeckt

7. März 2012 Keine Kommentare
Mauer by geograph Brian Robert Marshall Wohngebäudeversicherung: Sturmschäden an Grundstücksmauer nicht pauschal abgedeckt

cc by geograph/ Brian Robert Marshall

Für Laien ist es oft nicht gleich zu erkennen, welche Bauten auf dem eigenen Grundstück unter den Schutz der Wohngebäudeversicherung fallen. Das Oberlandesgericht Koblenz hat sich zum Beispiel mit der Frage beschäftigt, ob Schäden an einer Grundstücksmauer pauschal Teil des Schutzes der Wohngebäudeversicherung sind.

In dem konkreten Fall hatte ein Sturm zwei Fichten im Garten eines Versicherten umgestürzt. Diese waren auf die Grundstücksmauer gefallen und hatten sie beschädigt. Die Wohngebäudeversicherung weigerte sich für den Schaden aufzukommen, da die Mauer, die das Grundstück umgibt, nicht vom Versicherungsschutz eingeschlossen werde.

Das Landgericht Trier hatte zunächst dem Versicherten Recht gegeben, was jedoch die Richter des Oberlandesgerichts Koblenz anders sahen. Sie wiesen die Klage des Versicherten ab und urteilten, dass eine Mauer eher ein Zubehör eines Grundstücks sei wie zum Beispiel ein Gartenhaus oder ein Schuppen. Diese Dinge seien nicht automatisch mitversichert. Es ist jedoch möglich, sie nach Absprache mit dem Versicherer in die Police aufnehmen zu lassen. Wer seinen Schutz also auf solche Bauten im Garten erweitern möchte, sollte sich mit seinem Wohngebäudeversicherer in Verbindung setzen.

Wohngebäudeversicherung: Verbrannte Küche nicht zu schnell entsorgen

4. Januar 2012 Keine Kommentare
Küche by flickr steinhobelgruen Wohngebäudeversicherung: Verbrannte Küche nicht zu schnell entsorgen

cc by flickr/ steinhobelgruen

Nach einem Brand springt die Wohngebäudeversicherung für die entstandenen Schäden in der Regel ein, jedoch müssen diese genauestens dokumentiert werden und die Gegenstände soweit es geht bis zur Regulierung aufgehoben werden. Dies gilt auch für eine Einbauküche, die von einem Brand in Mitleidenschaft gezogen wurde, wie ein Urteil des Oberlandesgerichts Bremen bestätigt.

In dem konkreten Fall ging es um eine Einbauküche, die nach einem Wohnungsbrand von einer Spezialfirma ausgebaut wurde um sie zu reparieren. Die Firma brachte Herd, Spüle und Kochfeld zum Versicherten zurück, jedoch der Rest der Küche wurde von den Handwerkern entsorgt, da er nach dem Brand nicht mehr wiederhergestellt werden konnte.

Der Versicherte forderte nun von seiner Wohngebäudeversicherung einen Ersatz für die Einbauküche. Diese weigerte sich jedoch, da nicht mehr genau zu beweisen war, ob die Küche auch wirklich durch den Brand zerstört wurde, denn nur dann fiele der Schaden unter die vereinbarten Leistungen. Die Richter gaben dem Versicherer Recht, da die Küche einfach von dem Sanierer entsorgt wurde ohne dies mit dem Eigentümer der Küche abzusprechen. Somit wurden die wichtigen Beweise im Vorfeld vernichtet.

Erdbeben durch Bergbau – Ausgleichszahlung für Hausbesitzer

30. November 2011 Keine Kommentare
Bergbau by flickr Eichental Erdbeben durch Bergbau – Ausgleichszahlung für Hausbesitzer

cc by flickr/ Eichental

Der Bergbau im Saarland und auch in Teilen Nordrhein-Westfalens macht einigen Anwohnern zu schaffen. Regelmäßig kommt es dort durch die Arbeiten zu Erdbeben. Normale Wohngebäudeversicherungen mit Elementarschutz greifen hier meist auch nicht, da sie normalerweise nur „naturbedingte Erdstöße“ versichern. Nun kam es in einem Musterprozess zu einem Urteil, das so manch einem Anwohner wenigstens ein bisschen Hoffnung machen könnte.

Das Landgericht Saarbrücken sprach nun einem Hauseigentümer im Saarland eine Ausgleichszahlung in Höhe von 1.140 Euro zu, die der Bergbaukonzern RAG an ihn entrichten muss. Die Erschütterungen seien für den Betroffenen in den Augen der Richter nicht zumutbar. Für das Unternehmen RAG könnte dieses Urteil jedoch erhebliche Kosten nach sich ziehen, denn nun ist es möglich, dass Tausende von Betroffenen im Saarland und in Nordrhein-Westfalen einen Ausgleich fordern können.

Der Konzern hat jedoch bereits angekündigt genau zu prüfen, welche weiteren Rechtsmittel möglich sind und vor allem, wie hoch die Kosten in solch einem Fall sein könnten. Der Rechtsstreit von Betroffenen, der bereits seit Jahren geführt wird, könnte also trotzdem in eine weitere Runde gehen.

Urteil: Elementarschadenversicherung gilt nicht für überfluteten Lichtschacht

23. November 2011 Keine Kommentare
Lichtschacht by flickr mazekraemer Urteil: Elementarschadenversicherung gilt nicht für überfluteten Lichtschacht

cc by flickr/ mazekraemer

Aufgrund der steigenden Zahl an Schäden durch Überschwemmungen, ergänzen immer mehr Hausbesitzer ihre Wohngebäudeversicherung durch eine Absicherung gegen Elementarschäden. Damit ist man doch eigentlich bei Überschwemmungen zumindest finanziell auf der richtigen Seite, oder?

Leider gibt es auch hier Einschränkungen wie ein Urteil des Oberlandesgerichts Karlsruhe zeigt. In dem konkreten Fall ging es um einen Hausbesitzer, in dessen Lichtschacht sich nach Starkregen Wasser gesammelt hatte, dass dann im Keller Schäden anrichtete. Er wollte, dass seine Versicherung diesen Schaden reguliert, doch diese weigerte sich mit der Begründung, dass ein vollgelaufener Lichtschacht keine Überschwemmung sei.

Am Ende gaben die Richter dem Versicherer Recht, da man das Wort Überschwemmung im allgemeinen Sprachgebrauch verstehen müsse. Von einer Überschwemmung im Lichtschacht könne hier also keine Rede sein. Hausbesitzer sollten aus diesem Grund am besten regelmäßig die Lichtschächte kontrollieren, dass das Wasser auch gut abfließen kann.