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Altersvorsorge: Rente soll bis 2025 um 35 Prozent steigen

matze ott 300x247 Altersvorsorge: Rente soll bis 2025 um 35 Prozent steigen

cc by flickr/ matze_ott

Deutsche Ruheständler haben in den Jahren zwischen 2004 und 2010 bei der gesetzlichen Rentenversicherung mehrere Nullrunden hinnehmen müssen. Einige mussten gar ihre Altersvorsorge verkaufen. Damit ist seit diesem Jahr Schluss. Nach einer bescheidenen Anhebung der Renten stellt die Bundesregierung in den kommenden Jahren ein deutliches Wachstum der Rentenbezüge in Aussicht.

Im aktuellen Rentenversicherungsbericht 2011 rechnet die Regierung vor, dass die Bezüge über die gesetzliche Rentenversicherung bis 2025 um rund 35 Prozent steigen werden. Dies entspräche einem jährlichen Anstieg der Rente um rund zwei Prozent. Für die deutschen Rentner sicher ein positives Signal, das sich bei genauer Betrachtung allerdings schnell relativiert.

Einschätzung aufgrund von Modellrechnungen
Die Zahlen des Rentenversicherungsberichts der Bundesregierung zur gesetzlichen Rentenversicherung beruhen auf Modellrechnungen. Wie sich die gesetzliche Rente tatsächlich entwickeln wird und ob deutsche Rentner am Ende wirklich mehr im Portemonnaie haben werden, steht auf einem anderen Blatt.

Schließlich basieren die Ergebnisse der Modellrechnungen auf aktuellen Daten, verlässliche Aussagen für die kommenden Jahre sind daher mit Vorsicht zu genießen. Und betrachtet man die aktuelle Entwicklung der Finanzmärkte sowie deren mögliche Auswirkungen auf die Wirtschaft, können die Annahmen der Bundesregierung in 12 bis 24 Monaten längst Geschichte sein.

Externe Dämpfungseffekte auf die Rentenbezüge

Um zu verstehen, welchen Einfluss die wirtschaftliche Entwicklung auf die gesetzliche Rentenversicherung bzw. die Rentenbezüge hat, muss man sich vor Augen halten, dass das Rentenniveau ans Lohnniveau gekoppelt ist. Sinkt dieses – zum Beispiel durch eine Rezession – ab, folgen die Renten theoretisch diesem Trend, die zweiprozentige Anpassung bliebe somit aus.

Und einen weiteren, externen Dämpfungseffekt gilt es zu berücksichtigen: die Inflationsrate. Steigende Rentenbezüge erwecken auf den ersten Eindruck durchaus einen positiven Eindruck. Bereinigt man die Rentenanpassung allerdings um die Inflationsrate, ist das Bild mitunter ernüchternd. Derzeit liegt für Deutschland die Inflation bei durchschnittlich 1,7 Prozent. Unterm Strich würde eine Erhöhung der Bezüge aus der gesetzlichen Rentenversicherung also nur 0,3 Prozent betragen.

Noch dramatischer die Entwicklung, wenn man an die gesetzliche Rentenversicherung die aktuelle Inflationsrate aus dem Oktober 2011 anlegt. Es bliebe unterm Strich selbst bei einer Erhöhung ein reales Minus von 0,5 Prozent.

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